FAQ rund um Corona

Was tun, wenn das Kurzarbeitergeld nicht reicht? Oder was, wenn die Aufträge eines Solo-Selbstständigen wegbrechen? Diese und andere Fragen beantworten wir in unseren FAQ zum Coronavirus. Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema Grundsicherung für Arbeitsuchende ganz allgemein finden Sie hier.

  • Wie kann ich das Jobcenter erreichen?

    Aufgrund der aktuellen Lage sind die Standorte des jobcenters Kreis Steinfurt für den Publikumsverkehr geschlossen, um Ihre Gesundheit als auch die der Mitarbeitenden zu schützen. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht mehr für Sie da sind!

    Leistungen zum Lebensunterhalt
    Die Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II werden durch die kreisangehörigen Kommunen ausgezahlt.
    Die Ansprechpartner in Ihrem Wohnort finden Sie über die Homepage Ihrer Heimatkommune.

    Arbeitsvermittlung
    Bitte rufen Sie bei bestehenden Fragen einfach an. Die Kontaktdaten finden Sie, wenn Sie schon Kundin oder Kunde bei uns sind, auf dem Briefkopf Ihres Anschreibens. Ansonsten wählen Sie bitte eine der Ausweichnummern.

  • Wie kann ich Anträge einreichen, wenn das jobcenter Kreis Steinfurt geschlossen ist?

    Für sämtliche Anträge zur Gewährung der Leistungen zum Lebensunterhalt ist das Jobcenter an Ihrem Wohnort zuständig. Ihre Anträge können Sie nicht mehr persönlich vorbeibringen. Nutzen Sie deshalb bitte den jeweiligen Briefkasten des Jobcenters vor Ort oder übersenden Sie Ihre Unterlagen per Mail. In diesem Fall können Sie die Unterlagen einscannen.

    Falls Sie keinen Scanner zur Verfügung haben, machen Sie einfach Fotos von den benötigten Unterlagen und schicken Sie diese an die Mailadresse Ihrer Kommune. Bitte achten Sie darauf, dass die Unterlagen vollständig sind und eine gute Bildqualität haben.

  • Welche Unterlagen benötige ich für einen Neuantrag?

    Den Neuantrag für Arbeitslosengeld II finden Sie  hier.
    Um Ihnen das Ausfüllen zu erleichtern, gibt es hier  Ausfüllhinweise.

    Denken Sie bitte daran, dass Sie alle wesentlichen Unterlagen einbringen müssen, um nachzuweisen, dass Sie anspruchsberechtigt sind. Dazu zählen: Ausweis, Aufenthaltstitel, Einkommens- und Vermögensunterlagen usw.

  • Wie lange muss ich auf das Geld vom Jobcenter warten?

    Das lässt sich nicht pauschal sagen. Aber: Je schneller Sie alle benötigten Unterlagen einreichen, desto schneller können wir diese bearbeitet und im Bedarfsfall Geldleistungen an Sie auszahlen.

    Wenn wir Ihnen finanzielle Unterstützung bewilligen, erhalten Sie selbige immer einen Kalendertag vor dem Anspruchsmonat.
    Zum Beispiel: Sie haben Anspruch auf Leistungen für April. Dann erhalten Sie das Geld bereits Ende März.

  • Ich beziehe aktuell Leistungen zum Lebensunterhalt. Wie stelle ich jetzt einen Weiterbewilligungsantrag?

    Wichtig zu wissen: Ein Weiterbewilligungsantrag ist derzeit nicht notwendig für die Fortzahlung des Arbeitslosengeld II. Die Leistungen werden derzeit vom jobcenter nach Ablauf des vorherigen Bewilligungszeitraums automatisch für 6 oder 12 Monate weiterbewilligt. Ein entsprechender Bewilligungsbescheid wird Ihnen zugeschickt. Eine persönliche Vorsprache ist derzeit nicht notwendig.

  • Ich beziehe aktuell Leistungen nach dem SGB II und habe derzeit Mehrausgaben, da ich viele Dinge des täglichen Lebens auf Vorrat kaufe. Habe ich deshalb einen Anspruch auf Mehrbedarf?

    Nein, Sie können dafür keinen Mehrbedarf geltend machen. Es ist auch nicht nötig, einen großen Vorrat anzulegen, also zu „hamstern“, da die Lebensmittelläden nicht geschlossen werden.

  • Ich bin selbstständig und brauche finanzielle Unterstützung, weil ich mein Geschäft schließen musste oder Aufträge weggebrochen sind. Habe ich Anspruch auf SGB II und was muss ich tun?

    Wenn Sie aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie erstmals einen Leistungsantrag stellen müssen, wenden Sie sich bitte telefonisch an Ihre Kommune. Dort hilft man Ihnen gerne weiter!

    Grundsätzlich gilt: Um Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes zu erhalten, müssen Sie und ggf. Ihre Familienangehörigen hilfebedürftig sein. Wenn Sie einen Neuantrag stellen, müssen Sie daher alle wesentlichen Unterlagen wie z.B. Vermögens- und Einkommensunterlagen einreichen.

  • Muss ich, um  finanzielle Unterstützung vom Jobcenter zu bekommen, meine Selbstständigkeit aufgeben?

    Nein, selbstverständlich nicht.

  • Ich erziele ein Einkommen in wechselnder Höhe. Werden die Leistungen dann vorläufig bewilligt? 

    Ja, das ist möglich.

  • Ich beschäftige Angestellte in meinem Betrieb. Was kann ich für Sie in der derzeitigen Situation tun?

    Wenn Sie Beschäftigte haben, die zurzeit einen Arbeits- und Entgeltausfall haben, können Sie für diese Beschäftigten Kurzarbeitergeld beantragen.

    Neben Kurzarbeitergeld durch Sie als Arbeitgeber können auch Ihre Beschäftigten selbst Grundsicherung, Wohngeld und andere Sozialleistungen beantragen.

  • Welche zusätzlichen Unterstützungen plant die Bundesregierung für Selbstständige?

    Die Bundesregierung hat bereits mit dem „Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“ ein Maßnahmepaket zum Schutz der Wirtschaft beschlossen. Es beruht im Wesentlichen auf vier Punkten:

    • Erleichterung der Kurzarbeit
    • Flexibilität der Steuern
    • Hilfspakete in Milliardenhöhe der Kfw-Bank und der Landesbanken
    • Europäischer Zusammenhalt

    Informationen zum Soforthilfeprogramm für Selbständige

    Das von Land und Bund aufgelegte Soforthilfeprogramm kann ab Freitag, 27.03.2020, online beantragt werden (nicht schriftlich!) – bei der zuständigen Bezirksregierung (für den Kreis Steinfurt ist Münster zuständig  www.bezreg-muenster.de) oder beim Land NRW (www.wirtschaft.nrw/corona) – die genauen Links sind noch nicht veröffentlicht worden.

    Die Soforthilfe erfolgt im Rahmen eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses für laufende betriebliche Kosten. Der Zuschuss wird im Rahmen der Steuerveranlagung gewinnwirksam berücksichtigt. Die Höhe ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten (Stichtag 31.12.2019) und beträgt für drei Monate:

    • 9.000 Euro für antragsberechtige Solo-Selbstständige (im Haupterwerb!) und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten,
    • 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten,
    • 25.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

    Wichtig: Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten müssen durch Corona entstanden sein. Die Soforthilfe gilt für Antragsteller, die zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten waren, aber danach in Folge des Ausbruchs von COVID-19 Schwierigkeiten hatten oder in Schwierigkeiten geraten sind.

    Folgende Informationen werden für die Antragstellung benötigt:

    •  Zur Identifikation ist ein amtliches Ausweisdokument (Personalausweis, Reisepass, uw.) erforderlich.
    •  Im Rahmen des Antrags ist die Handelsregisternummer oder eine andere Registernummer (soweit vorhanden) sowie das zugehörige Amtsgericht anzugeben.
    • Außerdem werden die Steuernummer des Unternehmens und die Steuer-ID eines der Eigentümer abgefragt.
    • Informationen zur Bankverbindung (IBAN plus Kreditinstitut) des Firmenkontos für die Auszahlung.
    • Abgefragt werden außerdem die Art der gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit (Sog. Wirtschaftszweigklassifikation). Weitere Informationen finden Sie  hier.
    • Im Rahmen des Antrags wird die Anzahl der Beschäftigten abgefragt. Hilfestellung bei der Berechnung der Vollzeitbeschäftigten s. oben.

    Weitere Informationen zur Antragsberechtigung, FAQ’s etc. finden sich (ständig aktualisiert) auf

    Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums, bei der IHK oder der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt.

  • Ich bin selbstständig und muss aufgrund der Krise Geld zum Leben beziehen. Zahlt das Jobcenter dann eigentlich auch die laufenden Kosten für mein Büro oder Ladenlokal wie Miete, Betriebskosten, Leasingraten etc. ?

    Nein. Wenn Sie solche laufenden Kosten haben, vermindern diese aber das Einkommen, das Ihnen auf den Regelbedarf angerechnet wird. Dadurch kann für Sie ein größerer finanzieller Unterstützungsbedarf – also ein höherer Anspruch auf Grundsicherungsleistungen – entstehen.

    Für Ihre laufenden Kosten können Sie aber Kredite oder Zuschüsse in Anspruch nehmen. Informationen hierzu finden Sie unter anderem auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums  und des Bundesfinanzministeriums.

  • Ich habe erfahren, dass der Zuschuss zu meinen privaten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Höhe des halbierten Beitrags im Basistarif begrenzt ist. Muss ich zwingend in den Basistarif meiner privaten Krankenversicherung wechseln?

    Sie können während des Leistungsbezugs in ihrem bisherigen Versicherungstarif versichert bleiben oder in den Basistarif wechseln, der von jedem privaten Krankenversicherungsunternehmen angeboten werden muss. Der Beitrag in diesem Basistarif wird für die Dauer des Bezugs von Arbeitslosengeld II halbiert und bis zu dieser Höhe als Zuschuss übernommen. Die Leistungen im Basistarif sind vergleichbar mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung.

    Sofern Sie in Ihrem bisherigen Versicherungstarif versichert bleiben möchten, wird Ihr individueller Beitrag als Vergleich herangezogen. Der günstigere Betrag kann als Zuschuss gezahlt werden.

    Möglicherweise ist es in einer kurzzeitigen Krisensituation vorteilhaft, den Differenzbetrag zwischen dem halben Basistarif und Ihrem aktuellen Leistungstarif aus gegebenenfalls vorhandenem Vermögen selbst zu zahlen. Nach Ende des Leistungsbezugs ist in der Regel eine Rückkehr aus dem Basistarif in Ihren bisherigen Leistungstarif an eine erneute Gesundheitsprüfung geknüpft und führt somit häufig zu zum Teil deutlich höheren Beiträgen oder zu Leistungsausschlüssen. Zudem ist nach Ende des Leistungsbezugs der volle Beitrag im Basistarif bis zum Höchstbeitrag von derzeit 735,94 Euro der gesetzlichen Krankenversicherung und 142,96 Euro der sozialen Pflegeversicherung zu zahlen. Bitte lassen Sie sich dazu von Ihrem privaten Krankenversicherungsunternehmen beraten.

  • Ich bekomme jetzt Kurzarbeitergeld (KuG). Es reicht aber nicht, um den Lebensunterhalt meiner Familie zu bestreiten. Wo bekomme ich Hilfe?

    Wenn Ihr Kurzarbeitergeld zum Leben nicht ausreicht, dann haben Sie die Möglichkeit, Leistungen zum Lebensunterhalt zu beantragen.

    Damit wir Ihnen weiterhelfen können, müssen Sie einen Antrag stellen.
    Den Neuantrag für Arbeitslosengeld II finden Sie  hier.
    Um Ihnen das Ausfüllen zu erleichtern, gibt es hier  Ausfüllhinweise

  • Welche Hilfen gibt es noch?

    Außer der Grundsicherung für Arbeitsuchende - kurz Arbeitslosengeld II - gibt es weitere, unterschiedliche Sozialleistungen, wie zum Beispiel Kindergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag. Bitte beachten Sie, dass Sie einige dieser Leistungen nicht  zusätzlich zum Arbeitslosengeld II erhalten können.

    Weitere Informationen zum Kindergeld finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

    Alles Wichtige über den Kinderzuschlag erfahren Sie ebenfalls auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

    Mehr zum Thema Wohngeld lesen Sie auf der Website des Bundesinnenministeriums.

  • Ich habe Kinder, die ich wegen der Kita- und Schulschließungen, derzeit selbst betreuen muss. Deswegen kann ich meiner Arbeit nicht in vollem Umfang nachgehen, obwohl ich dringend auf das Geld angewiesen bin. Was kann ich tun?

    Um Familien mit kleinen Einkommen zu unterstützen, hat das Bundesfamilienministerium den Notfall-Kinderzuschlag (KiZ) gestartet. Die Regelungen sind Teil eines Sozialschutz-Paketes, das bis zum Sonntag, 29. März, in Kraft treten soll.

    Mit dem Kinderzuschlag (KiZ) unterstützt das Bundesfamilienministerium Familien, in denen der Verdienst der Eltern nicht für die gesamte Familie reicht. Sie werden mit bis zu 185 Euro pro Kind monatlich unterstützt.

    Die Berechnungsgrundlage für den KiZ war bisher das Durchschnittseinkommen der letzten sechs Monate. Für den Notfall-KiZ wird nun der Berechnungszeitraum deutlich verkürzt. Ab April müssen Familien, die einen Antrag auf den KiZ stellen, nur noch das Einkommen des letzten Monats vor der Antragstellung nachweisen. Diese Regelung soll befristet bis zum 30. September 2020 gelten.

    Durch den "Kinderzuschlag Digital" ist der Zugang zu dieser finanziellen Hilfe schneller und unbürokratischer geworden. Das ist in diesen Zeiten besonders wichtig, weil die Familien den Antrag nicht persönlich in der Familienkasse abgeben können. Ein Online-Antragsassistent spart mit zahlreichen Komfortfunktionen den Gang zur Behörde und unterstützt Eltern bei der Antragstellung. 

  • Werden die Kosten für meine Wohnung übernommen? Gibt es eine Höchstgrenze?

    Wenn Sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben, übernehmen wir für sechs Monate die Zahlung Ihrer Miete,  Neben- und Heizkosten, egal wie groß Ihre Wohnung ist.

    Das ist eine neue Ausnahmeregelung, die nur für Anträge gilt, die zwischen dem 1. März und dem 30. Juni gestellt werden.

  • Muss ich in der Corona-Krise weiterhin Strom und Miete bezahlen?

    Ja, selbstverständlich. Eine Nichtzahlung ist nicht rechtens, da die Kosten für Unterkunft und Heizung durch das Jobcenter in voller Höhe übernommen werden.
    Bezieher von Arbeitslosengeld II, die ihren Zahlungsverpflichtungen an Vermieter und Energieversorger nicht nachkommen, müssen mit negativen Konsequenzen rechnen. Das heißt konkret: Bei der Nichtzahlung von Miete können die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung vorliegen und wer seine Stromrechnung nicht begleicht, muss mit einem Mahnverfahren seines Energieversorgers rechnen oder sogar mit einer Stromsperre.






Die korrekte und vollständige Funktion unserer Dienste setzt Cookies voraus. Einzelheiten über die von uns eingesetzten Cookies und die Möglichkeit diese abzulehnen, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen (siehe weitere Informationen). Mit einem Klick auf die Schaltfläche [OK] willigen Sie ein, dass unsere Internetdomäne Cookies verwendet.