arbeitsvermittlung

Jobcenter und WertArbeit schaffen berufliche Perspektiven

Gebraucht und wertgeschätzt

Kirsten D. war jahrelang eine erfolgreiche Unternehmerin. Dann geriet ihre Firma in die Krise. Es folgte die Insolvenz. Wie viele Selbstständige hatte sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I.  „Ich habe mich so geschämt als ich zum Amt musste und um Hilfe bat“, erzählt Kirsten D. Hinzu kamen Freunde, die sich nicht mehr meldeten und das Gerede. An ihrem damaligen Wohnort fühlte sie sich nicht mehr wohl. Sie zog in den Kreis Steinfurt. „Die Mitarbeiter im dortigen Jobcenter zeigten sofort Verständnis für meine Situation, haben mich umfassend über meine Möglichkeiten aufgeklärt. Ich hatte zum ersten Mal wieder das Gefühl, dass mir jemand helfen wollte“, so Kirsten D. Ihre zuständige Arbeitsvermittlerin schlug sie für das Projekt „Öffentlich geförderte Beschäftigung im Kreis Steinfurt“ vor, dass die WertArbeit in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter seit 2014 durchführt. „Ich wollte unbedingt arbeiten“, so Kirsten D.. Daher ergriff sie sofort die Chance, als ihr das kreiseigene Sozialunternehmen WertArbeit einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz anbot. „Eigentlich könnte sie von ihrer Qualifikation sicherlich mehr“, betont ihre Arbeitsvermittlerin Heide Horala. „Aber sie wollte unbedingt wieder finanziell auf eigenen Beinen stehen und raus aus dem Leistungsbezug.“
Bei der WertArbeit ist sie im Bereich haushaltnahe Dienstleistungen tätig. „Unser Angebot in diesem Bereich ist eine Ergänzung zu ambulanten Pflegediensten und stationären Einrichtungen. Wir bieten unter anderem niedrigschwellige Betreuungsleistungen für ältere und kranke Personen, die zum Teil selbst Sozialleistungen beziehen. Zu unseren Auftraggebern zählen beispielsweise Kranken- und Pflegekassen sowie das Kreissozialamt“, erläutert Bernd Moorkamp, Geschäftsführer der WertArbeit.
Seit Anfang des Jahres absolviert Kirsten D.  vormittags eine Qualifikation zur Pflege- und Betreuungsassistentin. Nachmittags geht sie ihrem Dienst nach. „Mir macht die Arbeit Freude. Ich reinige die Wohnungen, übernehme die Einkäufe, erledige die Wäsche“, führt Kirsten D.  aus. Zeit für Gespräche habe sie auch. „Die Personen, die ich betreue, sind ältere Menschen, die häufig wenig Kontakte haben und sich daher freuen, wenn sich jemand Zeit nimmt und ich mache das gerne.“
Bei der WertArbeit, weiß Kirsten D., hat sie einen Arbeitsplatz auf Zeit. „Unsere Beschäftigten sind maximal zwei Jahre bei uns“, so Moorkamp. Diese Zeit nutze das Unternehmen, sie beruflich zu qualifizieren und fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen. Dort hätten sie aufgrund des Fachkräftemangels im Pflege- und Betreuungsarbeit gute Jobaussichten. Jemand wie Kirsten D., mit Qualifizierungen im Bereich Hauswirtschaft und Betreuung, habe sehr gute Chancen, weiß Moorkamp aus Erfahrung. Die Vermittlungsquote der WertArbeit liegt derzeit bei 70 Prozent.
Momentan fühle sie sich sehr wohl bei ihrem Arbeitgeber. Sie habe nette Kollegen und eine verantwortungsvolle Aufgabe, so Kirsten D.  und das Wichtigste: „Ich stehe wieder auf eigenen Beinen, fühle mich gebraucht und vor allem wertgeschätzt.“ Jetzt habe sie endlich wieder eine Perspektive.

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