Migration und Arbeitsvermittlung

Grüne Berufe bieten gute Möglichkeiten

Jobcenter bringt Arbeitgeber und Geflüchtete ins Gespräch

Steinfurt – Geflüchtete für landwirtschaftliche Berufe zu begeistern, darauf zielte die erste „Grüne Messe“ des jobcenters Kreis Steinfurt ab. Mit Erfolg. Die rund 90 Teilnehmenden waren ebenso wie die geladenen Arbeitgeber zufrieden mit der Veranstaltung.

Gleich zu Beginn der Messe machte Daniela Peters von der Landwirtschaftskammer NRW deutlich, dass die Grünen Berufe ungeahnte Perspektiven böten. Fachkräfte würden gesucht und selbstverständlich gebe es gute Weiterbildungsmöglichkeiten von der Meisterschule bis hin zum Studium.

Die Grünen Berufe umfassen außerdem viel mehr als die bekannten Berufe Gärtner oder Landwirt. Insgesamt gibt es in NRW zwölf Ausbildungsberufe in diesem Bereich.  Neben den klassischen Berufen werden beispielsweise auch Milchtechnologen, Fachkräfte für Agrarservice, Pflanzentechnologen und Pferdewirte ausgebildet. „Das Spannende an all diesen Berufen ist – es sind abwechslungsreiche Arbeiten in und mit der Natur unter Verwendung modernster Technik“, so Peters weiter.

Für einen Ausbildungsplatz benötigen Interessierte einen Haupt- oder Realschulabschluss mit guten Noten im Bereich Naturwissenschaften. Die Bereitschaft für ein Praktikum im Vorfeld wird immer vorausgesetzt. Denn entscheidend sei letztlich die Freude am Beruf und die Eigenmotivation.

Im Anschluss informierte zunächst Dietmar Weßling, Inhaber des gleichnamigen Gemüsehofs in Neuenkirchen, über seinen Betrieb und dessen beruflichen Anforderungen. Der Familienbetrieb baut seit vielen Jahren Gemüse unter rein biologischen Aspekten an. Er beliefert Kindergärten und Schulen. Außerdem verkauft Weßling seine Gemüsesorten auf verschiedenen Wochenmärkten und im eigenen Bio-Hofladen. Weßling betonte, dass er bereits gute Erfahrungen mit Geflüchteten gesammelt habe und ihnen daher gerne eine Chance in seinem Betrieb gebe. Er lud alle Interessierten zu einer Betriebsbesichtigung ein, um sich ein Bild von seinem Unternehmen machen zu können. Wer möchte, so Weßling, könne jederzeit ein Praktikum bei ihm absolvieren.

Stefan Eilers, Geschäftsführer von Eilers Futtermittel, aus Ladbergen, stellte ebenfalls seinen Betrieb vor. Er sei auf der Suche nach jungen Menschen, die eine Ausbildung als Müller im derzeit modernsten Mischfutterwerk Deutschlands absolvieren möchten. Auch er bot den Geflüchteten die Möglichkeit einer Betriebsbesichtigung sowie Praktika an.

Nach den Kurzvorträgen bestand die Möglichkeit mit den anwesenden Experten der Landwirtschaftskammer, des Verbandes der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW sowie den Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und sich gezielt zu informieren. Davon machten die anwesenden Messebesucher regen Gebrauch. Mennatallah Gadelkrem, Mitarbeiterin des Jobcenters, zeigte sich zufrieden: „Über 40 Personen haben sich für Betriebsbesichtigungen eingetragen. Sie alle hoffen, darauf im Anschluss ein Praktikum in dem Betrieb absolvieren zu können.“ Auch Ahmad Khaled hat sich in die Liste eingetragen. Der Syrer lebt seit vier Jahren in Deutschland und hat bereits in seiner Heimat in der Landwirtschaft gearbeitet. „Ich war Imker und hatte eine Ziegenzucht“, so Khaled. Daher würde er gerne eine Ausbildung zum Tierwirt machen. Er könne sich aber auch vorstellen, im Gemüsebau zu arbeiten. Das Wichtigste für ihn: Er möchte draußen in der Natur arbeiten.