Arbeitsmarkt

Jahresbilanz am Arbeitsmarkt

Jahresbilanz 2018

Gute Nachrichten zur Entwicklung am Arbeitsmarkt im Kreis Steinfurt haben Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine, Tilman Fuchs, Sozialdezernent des Kreises Steinfurt, und Thomas Ostholthoff, Vorstandsvorsitzender des Jobcenters Kreis Steinfurt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Arbeitslosen im Schnitt bei 10.166, der niedrigste Wert seit 2007. Auch die Arbeitslosenquote sank im Jahresschnitt auf rekordverdächtige 4 Prozent.

Von der guten Lage am Arbeitsmarkt profitierten sowohl die Menschen, die in der Agentur für Arbeit Rheine betreut werden, als auch Männer und Frauen, die bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung vom Jobcenter des Kreises Steinfurt begleitet werden. Im Durchschnitt betreute die Arbeitsagentur im zurückliegenden Jahr 3.262 Arbeitslose, 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr. „Vor zehn Jahren haben wir noch rund 1.000 Arbeitslose mehr betreut. Umso erfreulicher ist die aktuelle Entwicklung. Es gelingt uns zunehmend, Menschen eine neue berufliche Perspektive zu geben“, beurteilt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine, die Zahlen zum Arbeitsmarkt. Gut entwickelte sich auch die Arbeitslosenquote. Sie lag im von der Arbeitsagentur Rheine betreuten Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenver­sicherung) bei 1,3 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert von 2017. Noch deutlicher sank die Arbeitslosenquote im Bereich SGB II. Verzeichnete das Jobcenter in 2017 noch eine Quote von 3 Prozent, beträgt sie in 2018 nur noch 2,7 Prozent. „Eine solch niedrige Arbeitslosenquote hatten wir das letzte Mal im Jahr 2010“, bilanziert Thomas Ostholthoff, Vorstandsvorsitzender des Jobcenter Kreis Steinfurt, zufrieden. Damit einhergehend sank auch die Zahl der Arbeitslosen, die im Jobcenter betreut wurden. Sie betrug im Jahresdurchschnitt für den Rechtskreis SGB II 6.904. Dies ist ein Rückgang von -8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einen solch geringen Bestand an Arbeitslosen betreute das Jobcenter zuletzt vor fünf Jahren.

Langzeitarbeitslose profitieren von guter Konjunktur

„Wir konnten wie im Vorjahr über 4.400 Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren“, betont Thomas Ostholthoff. Mit einer Integrationsquote von über 27 Prozent belege das Jobcenter Kreis Steinfurt wie bereits in den vergangenen Jahren einen Spitzenplatz in NRW, bestätigt das regelmäßig von der Landesregierung durchgeführte qualitative Controlling der 53 Jobcenter im Land. „Die Studie zeigt auch: Wir sind bei den Vermittlungen in Arbeit im Münsterland führend“, ergänzt Tilman Fuchs, Sozialdezernent des Kreis Steinfurt. Besonders erfreulich aus Sicht der Jobcenterverantwortlichen: „Es gelang uns verstärkt, Menschen, die schon lange Leistungen nach dem SGB II beziehen, in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Dies sei Dank der guten konjunkturellen Entwicklung in 2018 möglich gewesen. Ihr Anteil an den Vermittlungen in Arbeit lag im vergangenen Jahr bei über 40 Prozent.

Auch die Agentur für Arbeit Rheine konnte im vergangenen Jahr viele langzeitarbeitslose Menschen unterstützen. Ihre Zahl ging in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 40 Prozent zurück und lag zuletzt im Jahresschnitt bei 324 Personen. Ein Wert, der erfreulich niedrig ist, wie Agenturleiter Zwilling betont. Diese Entwicklung zeige, so sind sich Reiner Zwilling und Thomas Ostholthoff einig, dass langzeitarbeitslose Menschen – trotz häufiger Vorurteile – motiviert seien und wenn sie eine Chance erhielten, gerne wieder ins Berufsleben zurückkehrten. Daher haben beide Organisationen diese Personengruppe auch in 2019 besonders im Fokus. „Wir möchten Langzeitarbeitslosen auch in diesem Jahr eine realistische Chance auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bieten“, so Thomas Robert, Vorstand des Jobcenters. Dies könne aufgrund neuer Fördermöglichkeiten speziell für arbeitsmarktferne Personen noch besser gelingen.

Weiterhin intensiv auf Qualifizierung setzt die Agentur für Arbeit Rheine, so Zwilling: „Wir haben im zurückliegenden Jahr intensiv an der Beratung und Qualifizierung der Menschen gearbeitet, die unsere Unterstützung gesucht haben. Damit konnten wir viele unserer Kunden fördern und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten an die Anforderungen am Arbeitsmarkt anpassen, so dass sie eine neue Beschäftigung finden konnten. Daran werden wir auch in diesem Jahr anknüpfen, denn Bildung und Qualifizierung sind die Schlüssel, um Arbeitslosigkeit zu beenden oder gar nicht erst eintreten zu lassen“.

Deutlich wird dies auch daran, dass die Arbeitslosigkeit vorrangig für Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung rückläufig war. Ihre Zahl sank im Jahresvergleich um rund 10 Prozent, während sich die Zahl der Arbeitslosen ohne Berufsabschluss nur um 3,2 Prozent verringerte. „Daher setzen wir besonders auf Qualifizierungen, mit denen eine anerkannte Berufsausbildung erworben wird“, erklärt Zwilling. Nicht jeder ungelernte Arbeitslose müsse allerdings gleich eine komplette Umschulung absolvieren: „Wir bieten auch Fortbildungen an, die in Modulen nach und nach durchgeführt werden und dann später zu einem Abschluss führen“, so der Agenturchef. Für jeden suchten die Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte der Arbeitsagentur eine individuell passende Lösung.

Individuelle Betreuung half auch den Menschen, die im Jobcenter betreut wurden. So ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften von Januar bis Dezember 2018 kontinuierlich zurückgegangen und zwar um 882 auf 11.053 Haushalte. Jahresdurchschnittlich waren 11.518 Bedarfsgemeinschaften in 2018 auf SGB II-Leistungen angewiesen.

Die Reduzierung der Bedarfsgemeinschaften spiegelt sich auch in der deutlichen Verringerung von Regelleistungsberechtigten wider. Immer weniger Menschen im Kreis Steinfurt sind auf die Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen. Ihre Zahl verringerte sich in den letzten zwölf Monaten um 5,3 Prozent auf nunmehr 22.737 Menschen. Im Jahresdurchschnitt bezogen 23.270 Personen Leistungen.

Besonders erfreulich dabei: immer weniger Kinder benötigen Unterstützung nach dem SGB II. Hier kann das Jobcenter einen Rückgang um fast zehn Prozent im Vergleich zu 2017 vermelden.

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