Ausbildung

Ohne Ausbildung droht Hartz IV

Jungen Menschen eine Chance geben

Kreis Steinfurt – Die Wirtschaft boomt, die Nachfrage nach qualifizierten Auszubildenden steigt kontinuierlich. Die IHK Nord Westfalen meldet für das Münsterland 7.933 neue Ausbildungsverträge und rechnet bis Ende September mit weiteren 2.000.

Dennoch wird es auch in diesem Jahr Bewerber geben, die leer ausgehen. „Fast jeder junge Mensch, der keine Ausbildung absolviert, benötigt früher oder später Leistungen nach dem SGB II“, warnt Thomas Ostholthoff, Vorstandsvorsitzender des jobenter Kreis Steinfurt. Denn ohne abgeschlossene Berufsausbildung werde es schwer eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden.
Die Zahlen sprechen für sich: Im Kreis Steinfurt ist nur jede zehnte Stelle von ungelernten Arbeitskräften besetzt. Demgegenüber ist ihr Anteil an allen Arbeitslosen, die SGB II-Leistungen erhalten, mit fast 70 Prozent sehr hoch. Wie wichtig eine Ausbildung ist, zeigt sich besonders bei den U 25-Jährigen. „Über 90 Prozent der als arbeitslos gemeldeten jungen Menschen, die bei uns im Leistungsbezug sind, haben noch keine Ausbildung absolviert“, so Ostholthoff.

Das neue Ausbildungsjahr hat bereits begonnen. Dennoch suchen im Kreis Steinfurt immer noch mehr als 600 Bewerber eine Stelle, obwohl derzeit laut Bundesagentur für Arbeit über 1.000 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Rein mathematisch eine sehr gute Ausgangslage für die noch unversorgten jungen Menschen. In der Praxis lassen aber viele Unternehmen ihre Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Gründe: keine oder mangelhafte Bewerbungen.

Ostholthoff wünscht sich daher von beiden Seiten mehr Anstrengungen. „Vielleicht klappt es nicht mit dem vermeintlichen Traumberuf. Aber bei über 300 Ausbildungsberufen, die in Deutschland angeboten werden, sollte auch ein vergleichbares Berufsfeld entsprechende Möglichkeiten bietet“, so der Rat des Vorstandsvorsitzendendes jobcenter Kreis Steinfurt an noch unversorgte Jugendliche.

Zugleich wünscht er sich mehr Mut von den Arbeitgebern. „Bei Bewerbern, die aufgrund ihrer Qualifikation, keine Wunschkandidaten sind, können Unternehmen unter Umständen öffentlich geförderte Unterstützung erhalten“, so Ostholthoff. Das Jobcenter biete beispielsweise das neue Ausbildungsprogramm an. Hier wird Betrieben ein Anreiz geboten, zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Startschwierigkeiten, einzurichten. Die Betriebe erhalten einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung und können auf Unterstützung durch erfahrene Fachleute bauen. „Selbst Jugendliche, die sich schon in der Ausbildung befinden, können wir fördern, denn dafür stehen die ausbildungsbegleitenden Hilfen zur Verfügung“, so Ostholthoff weiter.

Falls seitens des Arbeitgebers darüber hinaus große Bedenken bezüglich der Ausbildungsreife bestehen, können Bewerber auch zunächst eine Einstiegsqualifizierung im Unternehmen absolvieren. Dabei handelt es sich um ein Art Langzeitpraktikum, bei dem der Arbeitgeber finanzielle Unterstützung erhält. „Wir sollten alles unternehmen, um jedem Jugendlichen eine Chance auf eine Ausbildung zu geben“, so Ostholthoff abschließend.

 

Die korrekte und vollständige Funktion unserer Dienste setzt Cookies voraus. Einzelheiten über die von uns eingesetzten Cookies und die Möglichkeit diese abzulehnen, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen (siehe weitere Informationen). Mit einem Klick auf die Schaltfläche [OK] willigen Sie ein, dass unsere Internetdomäne Cookies verwendet.