Große Freude über eine besondere Auszeichnung
Das Projekt „Inklusion Münsterland“ hat den ersten Preis in der Kategorie „Inklusion und Arbeit“ beim Inklusionspreis des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf und das jobcenter Kreis Steinfurt haben die regionale Inklusionskampagne gemeinsam mit ihren Partnern auf den Weg gebracht. Die Auszeichnung wurde am Mittwoch, 4. November 2026, im Rahmen des Fachtages „Inklusion. Demokratie. Solidarität.“ in Düsseldorf überreicht.
„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Sie ist eine Anerkennung für die gemeinsame Arbeit aller Beteiligten und macht deutlich, wie wichtig ein starkes Netzwerk für mehr Inklusion auf dem Arbeitsmarkt ist. Wir sind stolz auf diesen Preis und verstehen ihn zugleich als Ansporn, unseren Weg konsequent weiterzugehen. Denn wenn Menschen mit Behinderungen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten, profitieren alle Seiten: die Menschen selbst, die Unternehmen und unsere Gesellschaft“, sagte Tanja Schmidt, Vorstand des jobcenters Kreis Steinfurt, die bei der Preisverleihung in Düsseldorf persönlich dabei war.
Gemeinsam für mehr Inklusion am Arbeitsmarkt
Mit „Inklusion Münsterland“ engagieren sich die Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf, das jobcenter Kreis Steinfurt und zahlreiche weitere Partner aus Wirtschaft, sozialen Trägern und Verwaltung für bessere berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Ziel ist es, Unternehmen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu gewinnen, Vorbehalte abzubauen und konkrete Wege in Ausbildung und Arbeit zu eröffnen.
Im Mittelpunkt stehen die Vernetzung der regionalen Akteure, die Beratung von Unternehmen und die Entwicklung passender Beschäftigungsmöglichkeiten. Dabei geht es auch darum, individuelle Fähigkeiten stärker in den Blick zu nehmen und passende Lösungen für Betriebe und Beschäftigte zu finden.
Anerkennung für Engagement in ganz NRW
Mit dem Inklusionspreis würdigt die Landesregierung Projekte, Initiativen und Organisationen, die das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung fördern. In diesem Jahr hatten sich mehr als 285 Projekte um die mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Auszeichnung beworben. Die Preise wurden in den Kategorien „Inklusion und Sport“, „Inklusion und Arbeit“ sowie „Inklusion und Gesellschaft“ vergeben. Die ersten Plätze sind jeweils mit 6.000 Euro dotiert. Außerdem zeichnete die Nordrhein-Westfalen-Stiftung mit dem Sonderpreis „Heimat ohne Hindernisse” Initiativen aus, die Maßnahmen zur Barrierefreiheit umsetzen, wenn sie beispielsweise Denkmäler restaurieren, kulturelle Begegnungsstätten schaffen, Naturerlebnispfade anlegen oder Naturschutzzentren einrichten.
Die Preisverleihung fand im Rahmen des Fachtages „Inklusion. Demokratie. Solidarität.“ statt. Zu den Gästen gehörten Ministerpräsident Hendrik Wüst, Sozialminister Karl-Josef Laumann, Schulministerin Dorothee Feller und die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, Claudia Middendorf.
Stimmen aus der Politik
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Menschen mit Behinderungen haben einen festen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft. Mit dem Inklusionspreis des Landes würdigen wir die Menschen, die anpacken und sich ganz konkret für eine inklusive Gesellschaft einsetzen. Mit Tatkraft und Beharrlichkeit sorgen sie dafür, dass Teilhabe im Alltag gelingt und Menschen mit Behinderungen immer mehr Türen offenstehen. Mit dem Inklusionspreis für den Sport, den ich an drei beeindruckende Projekte übergebe, zeigen wir: Die schönste Seite des Sports ist und bleibt seine verbindende Kraft. In den Sportvereinen und Sportverbänden in Nordrhein-Westfalen wird Inklusion bereits in zahlreichen Projekten und Initiativen mit großem Einsatz gelebt. Als Land geben wir dem inklusiven Sport weiter kräftig Rückenwind.“
„285 Bewerbungen sind ein sichtbares Zeichen dafür, wie vielfältig das Engagement für Inklusion in ganz Nordrhein-Westfalen ist. Mein großer Dank geht an alle Projekte und Initiativen, die sich für das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung einsetzen, Ich hoffe, dass wir mit der Ehrung der herausragenden Projekte noch mehr Menschen, Institutionen, Vereine und Verbände ermutigen, Inklusion aktiv zu leben“, sagt Sozialminister Karl-Josef Laumann.
Schulministerin Dorothee Feller: „Inklusion lebt von Menschen, die über Teilhabe sprechen und sie im Alltag möglich machen. Die ausgezeichneten Projekte zeigen auf beeindruckende Weise, wie das gelingen kann: in unseren Schulen, im Sport, am Arbeitsplatz und im gesellschaftlichen Leben. Besonders wichtig ist mir, dass Kinder und Jugendliche früh erfahren, wie selbstverständlich Menschen mit und ohne Behinderung miteinander lernen, arbeiten und ihre Freizeit gestalten können. Die Preisträger schaffen dafür wertvolle Möglichkeiten und machen anderen Mut, ihrem Beispiel zu folgen. Dazu gratuliere ich ihnen herzlich.“
„Ich freue mich, dass ich auch in diesem Jahr wieder einen der Inklusionspreise an herausragende Projekte überreichen durfte. Die Vielzahl an tollen Bewerbungen in der Kategorie ‚Inklusion und Gesellschaft‘, hat wieder verdeutlicht, wie groß der Einsatz von Menschen in Nordrhein-Westfalen für die Inklusion ist. Jedes Projekt kann stolz darauf sein, einen ganz wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und Nordrhein-Westfalen zu einem Vorreiter in der Inklusion zu machen“, sagt Claudia Middendorf, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten.
Die Preisträger
In den drei Kategorien des Inklusionspreises gibt es einen ersten, zweiten und dritten Platz, der jeweils mit 6.000, 5.000 und 4.000 Euro dotiert ist. Den ersten Preis in der Kategorie „Inklusion und Sport” erhielt das Projekt „Wir tanzen inklusiv und ohne Grenzen“ des Tanzsportvereins „Die Residenz Münster“. Der zweite Preis ging an den Verein „All-Inclusion-Sport“ in Bonn mit dem Projekt „Erlebnis statt Ergebnis“, bei dem es um Freude an der Bewegung und Gemeinschaft statt um Leistungsdruck oder Tabellenplätze geht. Den dritten Preis erhielt der Verein „Dojo-Lemgo-Lippe“ mit seinem „Inklusionskarate“.
In der Kategorie „Inklusion und Arbeit” haben wir mit unserer Kampagne den ersten Platz belegt. Der zweite Preis ging an das Café Nenna in Rhede. Das Café bietet Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung und dient als Begegnungsort mit Kultur- und Netzwerkveranstaltungen. Der dritte Preis ging an die InkluLife GmbH in Herten mit ihrem Projekt „Inklusion leben und Teilhabe ermöglichen“: Der Fahrdienst unterstützt Menschen mit Mobilitätseinschränkungen dabei, zum Beispiel Arbeitsplätze und medizinische Angebote zuverlässig zu erreichen. In dem Unternehmen arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und erhalten dabei besondere Entwicklungsmöglichkeiten.
In der Kategorie „Inklusion und Gesellschaft” erhielt das Projekt „All In – Inklusion an der Gesamtschule Nettetal“ den ersten Preis. Schülerschaft, Eltern, Lehrkräfte und Schulsozialarbeit setzen sich für ein respektvolles, inklusives Miteinander im Alltag ein. Umgesetzt wird dies unter anderem mit einem Elterncafé, regelmäßigen Fortbildungen und einem Projekt zur Sicherstellung der Teilhabe am Sportunterricht. Der zweite Preis ging an die eva-gGmbH, die mit dem Projekt „Ehrenwerk – Mit Inklusion zur Nachhaltigkeit“ nachhaltiges Leben und Arbeiten in Köln fördert. In einer barrierearm ausgestatteten Werkstatt können Kinder, Jugendliche und Erwachse mit und ohne Behinderung Möbel und Alltagsgegenstände reparieren. Den dritten Preis erhielt das Unternehmen Zündkerze e.V. aus Sonsbeck, das mit der Veranstaltung „JubmoRun“ Inklusion unmittelbar erlebbar macht: Menschen mit und ohne Behinderung nehmen an einer Motorrad-Tour teil. Auf einer rund 80 Kilometer langen Strecke machen ganze Ortschaften mit und beteiligen sich mit Beiträgen unter anderem von Vereinen, Feuerwehr und Kindergärten.
Außerdem zeichnete die Nordrhein-Westfalen-Stiftung das Kunstforum Buddelmühle im Kreis Soest mit dem Sonderpreis „Heimat ohne Hindernisse“ aus. Die Buddelmühle ist eine Begegnungsstätte mit Ateliers, Werkstätten und Ausstellungsräumen, die Kunst von Menschen mit und ohne geistige oder psychische Handicaps präsentiert. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.
Der Preis
Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten neben der finanziellen Unterstützung erstmals auch eine Trophäe, für die das Sozialministerium einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte. Die Jury hatte den Entwurf „Kopf-Hut“ des Künstler-Tandems RonA Nekes und Alexander Lamersdorf zum Sieger gekürt. Die Statue ist als Maske konzipiert. Die Menschen, die sich für Inklusion einsetzen, können sie symbolisch mit Leben füllen.
