Arbeitgeberservice

Wirtschaftfrühstück Lengerich

Im Gespräch mit der Wirtschaft


Wie können Unternehmen und Jobcenter gemeinsam dazu beitragen, Menschen nachhaltig in Arbeit zu bringen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Wirtschaftsfrühstücks am Dienstag, 6. Oktober, zu dem rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Lengerich an den Standort des Jobcenters gekommen waren. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Wirtschaftsförderung Lengerich gemeinsam mit der Stadt Lengerich. Das Jobcenter Kreis Steinfurt war erstmals Gastgeber des Formats.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Björn Schilling und die Vorstandsvorsitzende des Jobcenters Kreis Steinfurt, Roswitha Reckels, ging es vor allem um die Frage, wie die Potenziale der Menschen im Leistungsbezug besser für den regionalen Arbeitsmarkt genutzt werden können.

„Alle Menschen, die zu uns kommen, bringen Fähigkeiten und Stärken mit. Unsere Aufgabe ist es, diese sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Unternehmen Möglichkeiten zu finden, wie diese Potenziale eingesetzt werden können“, betonte Roswitha Reckels. Das Wirtschaftsfrühstück biete dafür eine gute Gelegenheit, direkt und unkompliziert miteinander ins Gespräch zu kommen.

Was macht das Jobcenter?

Jürgen Düking, Sachgebietsleiter für den Regionalbereich Greven, stellte zunächst die Aufgaben des Jobcenters vor und erläuterte die Unterschiede zur Agentur für Arbeit. Im Mittelpunkt stand dabei auch der gesetzliche Auftrag des Jobcenters: Fördern und Fordern.

Eine interaktive Abfrage zeigte, welche Erwartungen und Vorstellungen die Unternehmen mit dem Jobcenter verbinden. Beratung, Arbeitsvermittlung und Unterstützung bei der Suche nach Mitarbeitenden wurden dabei besonders häufig genannt.

Düking stellte zugleich klar: „Wir wollen keine Kundenbindung. Unser Ziel ist, Menschen möglichst nachhaltig in Arbeit zu bringen.“ Dafür arbeite das Jobcenter nicht nur mit den Arbeitsuchenden, sondern auch eng mit Arbeitgebern zusammen und suche gemeinsam nach passenden Lösungen.

Menschen statt Algorithmen

Welche Potenziale die Kundinnen und Kunden des Jobcenters für Unternehmen mitbringen, erläuterte Aurelia Steinigeweg, Sachgebietsleiterin in der Servicestelle Beratung und Integration.

Bei der Vermittlung gehe es nicht allein darum, Stellenangebote und Profile technisch zusammenzuführen. „Wenn ein Unternehmen eine Stelle meldet, sucht bei uns kein Algorithmus nach einem passenden Profil. Unsere Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler kennen ihre Kundinnen und Kunden und können einschätzen, welche Tätigkeit zu welchen Fähigkeiten passt“, erklärte Steinigeweg.

Dass persönliche Begegnungen dabei eine wichtige Rolle spielen, zeigen auch die Erfahrungen des Jobcenters. In den ersten acht Monaten dieses Jahres konnten bereits 2.404 Menschen in Arbeit integriert werden. Mit einer aktuellen Integrationsquote von mehr als 15 Prozent liegt das Jobcenter Kreis Steinfurt im NRW-Vergleich der zugelassenen kommunalen Träger derzeit auf Platz 1.

Auch direkte Begegnungen zwischen Unternehmen und Arbeitsuchenden können den Weg in Beschäftigung ebnen. Zwischen September 2025 und August 2026 organisierte das Jobcenter rund 65 solcher Begegnungsformate. Bei 39 Prozent der Teilnehmenden konnte anschließend eine konkrete Aktivierung erreicht werden – beispielsweise durch die Aufnahme einer Beschäftigung oder die Teilnahme an einer Qualifizierung.

Florian Pörtner stellte verschiedene Möglichkeiten für solche Begegnungsräume vor. Dabei ging es unter anderem um Formate, bei denen Unternehmen und Arbeitsuchende direkt miteinander in Kontakt kommen, sowie um die Fördermöglichkeiten des Jobcenters.

Gemeinsam Potenziale nutzen

Zum Abschluss stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Die Unternehmerinnen und Unternehmer nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Kontakte zu knüpfen und konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.

„Der direkte Austausch mit den Unternehmen ist für uns besonders wichtig. Wir wollen wissen, was die Betriebe bewegt und wo wir unterstützen können. Gleichzeitig möchten wir zeigen, welche Potenziale unsere Kundinnen und Kunden mitbringen“, so Roswitha Reckels.

Das Wirtschaftsfrühstück in Lengerich soll nicht das letzte Format dieser Art bleiben. Eine Wiederholung, möglichst auch in einer weiteren Kommune im Kreis Steinfurt, ist geplant.